Commander-Deck selber bauen: Wie viel brauchbares Deckmaterial steckt eigentlich in nur 14 Boostern?
14 Booster, 1 Commander-Deck – Geht das? Patrick hat die Challenge gewagt: Aus einem gezielten Mix von nur 14 Packs sollte live im Stream ein spielbares Deck entstehen. Erfahre alles über die Strategie hinter der Booster-Wahl, Patricks persönlichen Deckbau-Workflow und warum am Ende ausgerechnet ein Sultai-Duo das Herzstück bildete. Inklusive kompletter Deckliste und Glossar für Einsteiger!
Wie viel brauchbares Deckmaterial steckt eigentlich in nur 14 Boostern für ein Commander-Deck? Genau dieser Frage ist Patrick am 27. März in einem besonderen Live-Stream auf Twitch nachgegangen. Statt einfach nur Booster zu öffnen, ging es um deutlich mehr: Aus einem gezielt zusammengestellten Pool sollte live ein spielbares Commander-Deck entstehen.
Patrick ist vielen bereits durch seine Commander-Battles bekannt, die montags um 20:15 Uhr auf Twitch stattfinden. Beim Stream am 27. März stand diesmal aber ein anderes Format im Mittelpunkt: „Booster Opening und Deckbau – Schaun wa mal was wird!“
Das Besondere daran: Patrick öffnete live 14 ausgewählte Booster und baute daraus direkt ein Commander-Deck. Das fertige Deck wurde anschließend sogar auf Instagram verlost. Für uns war das der perfekte Anlass, Patrick im Nachhinein noch ein paar Fragen zu stellen: zu seinem Magic-Anfang, seiner Booster-Auswahl, seinem Deckbau-Workflow und den Upgrades nach dem Stream.
Warum 14 Booster statt ein ganzes Display?
Beim klassischen Commander-Sealed wird oft ein ganzes Display verwendet – aber Hand aufs Herz: Das ist oft einfach zu viel Masse und nur notwendig, weil man sich auf ein einziges Set beschränkt. Wir wollten mehr Varianz.
Inspiriert von den offiziellen Regeln auf commandersealed.com haben wir uns deshalb für einen Pool aus 14 gezielt ausgewählten Boostern entschieden. Die Idee dahinter war klar: mehr Legenden, spannendere Synergien und weniger unnötiger Ballast. Gerade im Commander-Format kann eine breite Auswahl an Editionen den Deckbau deutlich interessanter machen, weil mehr unterschiedliche Mechaniken, Farben und Spielstile zusammenkommen.
Diese 14 Booster wurden im Stream geöffnet
- 2x Commander Masters – für eine starke Power-Basis
- 2x Teenage Mutant Ninja Turtles – für den Flavor
- 3x Foundations – als solides Fundament
- 2x Final Fantasy
- 1x Duskmourn: House of Horror
- 2x Bloomburrow
- 2x Tarkir: Dragonstorm
Patrick über seine Magic-Anfänge
Auf die Frage, wie lange er eigentlich schon Magic spielt, musste Patrick nicht lange überlegen:
„Meine ersten Karten habe ich Ende 1996 von meiner Oma bekommen. Damals hatte ich nicht wirklich eine Ahnung, was das eigentlich ist. Aber die Artworks fand ich faszinierend. Richtig gespielt habe ich dann mit Onslaught 2002.“
„Für mich macht vor allem die strategische Tiefe von Magic die Faszination aus. Ich sage immer, dass Magic ein bisschen wie Schach mit Karten ist. Außerdem hat das Spiel auch eine psychologische Komponente – teilweise wie Poker. Schon beim Deckbau muss man so viele Faktoren beachten. Da kann man sich richtig drin verlieren.“
Warum genau diese Booster?
Natürlich wollten wir auch wissen, warum Patrick sich im Stream genau für diese Mischung entschieden hat.
„Mir war wichtig, die Wahrscheinlichkeit für viele Legenden und im besten Fall einen dreifarbigen Commander zu erhöhen. Deshalb habe ich die Editionen möglichst breit gestreut. Mehr als drei Booster pro Edition würden die Varianz zu stark einschränken. Mit Bloomburrow und Final Fantasy waren zudem zwei Sets dabei, die mir persönlich einfach gut gefallen haben.“
So geht Patrick beim Deckbau vor
Besonders spannend war für uns die Frage, wie Patrick beim Deckbau vorgeht – und wie sich dieser Prozess im Stream tatsächlich entwickelt hat. Dabei wurde schnell klar: Der Deckbau beginnt nicht erst am Ende, sondern schon während des Booster-Openings.
Während des Öffnens legte Patrick mögliche Commander direkt zur Seite. So entstand nach und nach eine Auswahl an legendären Kreaturen, aus denen später gewählt werden konnte. Die finale Entscheidung überließ er der Community.

Nachdem der Commander feststand, wurde der Kartenpool deutlich eingegrenzt. Da Sin, Spira’s Punishment die Farben Schwarz, Grün und Blau vorgibt, kamen nur noch Karten in genau diesen Farben infrage. Alle anderen Karten wurden konsequent aussortiert.
Doch unabhängig vom konkreten Ablauf im Stream folgt Patrick beim Deckbau einem klaren Prinzip: Am Anfang steht immer eine Idee.
„Als Erstes steht immer die Idee. Das kann eine Karte oder eine Mechanik aus einer Edition sein. Oft ist es einfach nur ein Thema, das mich vom Flavor interessiert.“
Im Fall der Turtles waren es zum Beispiel die Mutagen-Spielsteine. Patrick zog Super Shredder und entwickelte daraus die Idee für ein Deck rund um Marken. Statt den naheliegenden Weg über Grün und Weiß zu gehen, entschied er sich bewusst für einen anderen Ansatz:
„Weil Grün und Weiß da naheliegend sind, habe ich genau die Farben ausgeschlossen. Dann wollte ich nicht nur über Angriffe gewinnen. Ich habe mich für Fling als alternative Win-Con entschieden.“
Im nächsten Schritt sichtete Patrick die verbleibenden Karten gezielt nach den wichtigsten Bausteinen für das Deck. Besonders im Fokus standen dabei Ramp – also Karten für schnelleres Mana – sowie Protection, um wichtige Karten besser absichern zu können.
Zusätzlich prüfte er, ob genügend Karten vorhanden sind, die gut mit der gewählten Strategie harmonieren, zum Beispiel Effekte rund um den Friedhof oder Karten, die sich mehrfach nutzen lassen.
Auch außerhalb des Streams folgt Patrick einem strukturierten Vorgehen: Er durchsucht seine Karten gezielt nach Kategorien wie Draw, Removal oder Ramp und nutzt Tools wie Scryfall, um passende Karten über Schlagwörter zu finden.
Zum Abschluss wird die Manabase ergänzt, also die Länderbasis des Decks.
„Das sollten dann mindestens 36 Länder sein.“
Gerade dieser Ablauf zeigt sehr gut, wie ein Commander-Deck entsteht: aus einer Idee, über die Wahl des Commanders und die Einschränkung auf passende Farben hin zu den zentralen Bausteinen des Decks. Schritt für Schritt entwickelt sich so aus einem offenen Kartenpool ein klares Deckkonzept.
Und genau das macht Commander auch so besonders: Trotz der 100 Karten und der riesigen Auswahl gibt es nicht den einen richtigen Weg, sondern viele kreative Ansätze, die zum eigenen Spielstil passen.
Warum das Deck nach dem Stream noch Upgrades bekam
„Das Problem war, dass zwar die Graveyard-Strategie gut unterstützt wurde, aber zu wenig Carddraw und Ramp vorhanden war. Für ein starkes Sultai-Deck hat der Pool allein nicht ganz gereicht.“
Das Herzstück des Decks
Obwohl der Chat im Stream Sin, Spira's Punishment als Commander wählte, sieht Patrick taktisch eine andere Karte im Zentrum:
„Das Herzstück des Decks ist eigentlich Sidisi, Brood Tyrant. Damit füllt man den Friedhof und bekommt Token. All-Seeing Arbiter ist auch eine tolle Karte, weil er Schaden macht, Karten zieht und Gegner schwächt. Ich habe versucht, viele Karten mit Evasion (Flieger und Trampler) reinzupacken, um durch die Verteidigung zu kommen.“
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Kleines Glossar für Einsteiger
- Commander-Sealed: Deckbau aus einem begrenzten Kartenpool (hier 14 Booster)
- Ramp: Schneller mehr Mana erzeugen
- Carddraw: Zusätzliche Karten ziehen
- Fling: Eigene Kreatur opfern, um Schaden zu verursachen
- Removal: Gegnerische Karten entfernen
- Manabase: Länder und Manaquellen im Deck
- Evasion: Schwer blockbare Kreaturen
- Sultai: Blau-Schwarz-Grün
- Win-Con: Wie dein Deck gewinnt
Unser Fazit
Das Experiment zeigt: Für ein spannendes Commander-Erlebnis braucht es nicht zwingend ein ganzes Display. Eine gezielte Mischung aus verschiedenen Sets sorgt für mehr Varianz, mehr kreative Möglichkeiten und einen besonders interessanten Deckbau.
Gleichzeitig hat der Stream auch gezeigt, wo die Grenzen eines reinen Booster-Pools liegen. Gerade bei wichtigen Bausteinen wie Ramp, Carddraw oder einer stabilen Manabase musste Patrick nach dem Stream noch gezielt nachbessern. Genau diese Upgrades machen aber ebenfalls einen großen Teil des Reizes aus: Man sieht nicht nur, was direkt aus 14 Boostern möglich ist, sondern auch, an welchen Stellen ein Deck im nächsten Schritt sinnvoll weiterentwickelt werden kann.
Gerade das Zusammenspiel aus Booster-Opening, Community-Entscheidungen im Stream und den späteren Upgrades macht dieses Format für uns so spannend. Es zeigt sehr gut, wie aus einem begrenzten Kartenpool Schritt für Schritt ein Commander-Deck entstehen kann.
Eure Meinung: Wollt ihr dieses Format öfter sehen? Welche 14 Booster würdet ihr kombinieren? Schreibt es uns in die Kommentare!
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Quelle: scryfall.com

